Roest vom Spieler zum Manager am Spengler Cup
Mit Associate GM Stacy Roest hatte das Team Canada jemanden im Staff, der vor 15 Jahren als Spieler seine Spuren beim Spengler Cup und in der National League hinterliess.
(Foto: Stacy Roest bei einem Sponsorenevent auf der Schatzalp. Foto: KEYSTONE-SDA/Gian Ehrenzeller)
Neun Jahre lang spielte Stacy Roest bei den SCRJ Lakers. In dieser Zeit gelangen ihm knapp 500 Scorerpunkte für die Rapperswiler. Obwohl ihn die Fans des SCRJ noch immer als Kultspieler verehren, sieht er sich selbst nicht als Franchise-Player. «So etwas trifft auf Spieler wie Connor McDavid zu, ich war ja nur neun Jahre dort», meint Roest bescheiden. Trotz dieser Bescheidenheit fühlte er sich stets mit den Lakers verbunden. «Nach drei bis vier Jahren, war ich ein Teil der Organisation, weshalb ich nie das Bedürfnis hatte das Angebot eines anderen Clubs anzunehmen», erinnert er sich. Noch heute spürt man, wie sehr sich Roest mit den Lakers verbunden fühlt. «Mir hat die Rolle des Underdogs gefallen. Wie wir damals den EV Zug besiegt haben und ins Playoff-Halbfinale gegen Davos eingezogen sind, bleibt unvergessen», schwärmt der Kanadier. Neben dem sportlichen Erfolg seien die neun Jahr in Rappi aber auch sonst etwas Besonderes gewesen. «In Rapperswil-Jona zu leben war toll. Hier sind auch meine beiden Kinder geboren, weshalb dies zu einem speziellen Ort für meine Familie wurde», erklärt Roest.
Drei Stanley-Cup-Finals
Obwohl sein Karriereende bei den Lakers bereits 13 Jahre zurückliegt pflegt der Kanadier noch immer Kontakte in die Schweiz. «Es gibt einige Mitspieler, aber auch Gegenspieler von damals, zu denen ich noch regelmässig Kontakt habe», erklärt er. Diese Kontakte dürfte Roest auch deshalb pflegen, weil er sich nach seiner aktiven Karriere einen Namen als Scout und Assistant GM in der Organisation der Tampa Bay Lightning gemacht hat. «Von Amtes wegen, beobachte ich viele Ligen. Dabei war ich immer wieder interessiert, welche Importspieler in die Schweiz wechseln. Ab und zu meldet sich auch ein Team und möchte wissen, was ich ihnen über gewisse Spieler erzählen kann», meint Roest. Als Assistant GM und Director of Player Development der Lightning half er zwischen 2019 und 2022 mit, dass sein Team drei Mal den Stanley-Cup-Final erreichte und den Cup zwei Mal gewann. «Das war eine besondere Zeit. Für die beiden Titel brauchten wir zwei Mal 16 Playoff-Siege, dies ist eine ganze Menge. Dabei braucht es auch etwas Glück und man muss hoffen, dass alle gesund bleiben», erklärt der 51-jährige.
Als Mitglied des Managements in Tampa war Roest darüber hinaus auch am Trade von Janis Moser beteiligt. «Wir mussten damals Mikhail Sergachev abgeben, der uns zu zwei Titeln geführt hat. Dies zeigt welchen Wert Janis hat», ist sich Roest bewusst. Für den Kanadier ist klar, dass Moser mit 25 Jahren noch eine grosse Karriere vor sich hat. «Er ist jemand, der hart an sich arbeitet. Ich bin mir sicher, dass er noch besser wird. Es ist gut möglich, dass er dereinst den Cup in die Schweiz bringen wird», ist sich Roest bewusst.
Das Team Canada als grosse Herausforderung
Der Kanadier selber wird bei einem solchen Cup-Gewinn der Bolts allerdings nicht mehr dabei sein. Schliesslich gingen er und die Tampa Bay Lightning im Sommer getrennte Wege. Da Roest zurzeit arbeitslos ist, hatte er Zeit als Associate GM ein Team für den Spengler Cup zusammenzustellen. Eine Aufgabe, die ungemein schwieriger war, als selbst am Turnier teilzunehmen. «Damals bin ich während einer Woche aufs Eis gegangen und habe versucht mein bestes Hockey zu zeigen. Diesmal hat der Prozess drei Monate gedauert», erinnert sich Roest. Der Associate GM gibt dabei zu bedenken, dass es gar nicht so einfach ist ein schlagkrägtiges Team Canada zusammenzustellen. «In den meisten europäischen Ligen wird während der Altjahrswoche durchgespielt, die Clubs wollen ihre Spieler deshalb nicht einfach hergeben. Gleiches gilt auch für die AHL, weshalb es viel Überzeugungsarbeit und einiges an Kommissionen braucht, um geeignete Spieler zu bekommen», gibt Roest zu bedenken. Trotz des schwierigen Prozesses und des frühen Ausscheidens zeigte sich der Kanadier aber zufrieden mit seinem Team. «Mir hat gefallen, wie wir gekämpft haben. Am Einsatz der Spieler hat es sicher nicht gelegen, dass wir keinen Erfolg hatten. Das Problem ist einfach, dass es mit dem neuen Modus noch schwieriger geworden ist das Turnier zu gewinnen», ist Roest überzeugt.
Neben seinen beruflichen Verpflichtungen habe er es aber auch genossen, wieder einmal in Davos zu sein. «Es ist noch immer die gleiche tolle Halle mit der gleichen tollen Stimmung», schwärmt der Kanadier. Der ehemalige Stürmer fühlte sich damit in Zeiten zurückversetzt, als er selber am Spengler Cup teilnahm. In sechs Turnieren gelangen ihm dabei 24 Scorerpunkte und ein Turniertitel. «Wie man sieht, haben wir schon damals nicht jeden Titel holen können», gibt er zu bedenken. Ob dies Motivation genug ist um noch einmal als Manager ans Turnier zurückzukehren um den Titel vielleicht doch noch als Funktionär zu gewinnen, werden wir sehen.
